snowwhite.

Herzlich Willkommen

...auf meinem Recovery-Blog. Hier könnt ihr meinen Weg aus der Magersucht zurück ins Leben verfolgen. Ich werde euch an meinen Gedanken, Fortschritten, Rückschritten und an meinem alltäglichen Wahnsinn teilhaben lassen.

Navi

Startseite Warum dieser Blog?____________ Meine Geschichte Tagebuch________ Folgen der MS____ Ziele____________ Regeln__________ Motivationsdinge Erfolge__________ Rückschritte Nachdenkliches Forum__________ Gästebuch______ Archiv

Links

Fighting For Health Besonderer Recovery-Blog Link Link

Credits

Disigner

Abonnieren

2. Krankeitsausbruch!

Wie ich wieder Gewicht verlor

Das ist eine schwere Frage, noch schwerer ist aber die Frage warum, deshalb versuche ich euch und mir erst mal die wie-Frage zu beantworten.

Es fällt mir wirklich schwer mich daran zu erinnern, wann und wie ich wieder anfing abzunehmen.

Nach dem 1. Jahr auf der neuen Schule war ich durchweg glücklich, aber ich lebte immer mehr nur noch für die Schule.
Ich habe schon immer von mir gute Noten erwartet und viel gelernt.
Zum Thaiboxen konnte ich nicht mehr, da sich mein Trainingsplan fast immer mit meinem Stundenplan überschnitt.
Ich trainierte deshalb gleich nach der Schule jeden Tag 2 Std. zu Hause, machte danach Hausaufgaben und lernte bis ich ins Bett fiel.
Das Training hat meinem Darm aber nun nicht mehr gereicht ich bekam nach dem Essen wieder strake Schmerzen und musste die Tablettendosis am Wochenende erhöhen, da ich nicht riskieren konnte, dass sie nicht wirken, weil mir ja nur das Wochenende blieb, um nicht in der Schule fehlen zu müssen.
Um die Schulwoche relativ schmerzfrei zu überstehen, reduzierte ich auch wieder das Essen und anscheinend, ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinner, tat ich das ziemlich schnell, ab Herbst in der 12. aß ich gar nichts Festes mehr und stieg auf Joghurtdrinks, Frucht-und Gemüsesäfte und Tütensuppen um.
Denn nach der 12. Klasse, wog ich nur noch 38kg, das ist schon mal weniger, als in meiner ersten Magersuchtsphase…
Ich wurde oft von meiner Psychologielehrerin auf mein Gewicht angesprochen, aber sie meint sie könne nichts unternehmen und mich zu nichts zwingen, da ich volljährig sei.
Ich weiß noch, dass ich mich auch damals „schon“ mit 38kg zu dünn fand, aber ich konnte und wollte auch kein Kilo mehr auf der Wage sehen.
Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich noch mehr abnehmen würde und könnte, das wollte ich auch wirklich nicht, zumindest nicht bewusst!!!

 

Immer weniger…

Ich kann mir nicht wirklich erklären, wie ich noch mehr abnehmen konnte. Trainieren kann ich seit ich ca. 40kg wiege nicht mehr, da ich zu schwach bin.

Die 13. Klasse war der Horror!
Auf einmal war der Klassenzusammenhalt Geschichte und es herrschte Notenkonkurrenz, jeder wollte mit allen Mitteln der Beste sein!
Ich kam damit nicht wirklich klar, habe mich total ausnutzen lassen, weil ich einfach schon immer zu gutmütig und gutgläubig bin.

Irgendwann wog ich 35kg und ich bekam Schmerzen in einem Bein. Ich dachte, ich hätte mich überdehnt (das war das einzige was ich noch konnte… aber die Schmerzen gingen nicht weg, also bin ich zum Sportarzt, der meinte auch, dass das eine Überdehnung sei. Er sagte mir voraus, dass die Schmerzen in ein paar Tagen weg seien.
Waren sie aber nicht, im Gegenteil! Wenige Tage später fing das andere Bein genauso an und ich konnte gar nicht mehr laufen.
Mein Arzt sagte, dass ich ca. 3-4 Wochen im Bett verbringen oder in den Rollstuhl müsste.
Ich entschied mich für den Rollstuhl, da wir in dieser Zeit alle Abi-Vorprüfungen schrieben.

Die „Rollstuhl-Phase“ veränderte und dramatisierte alles!
Eine Lehrerin, die ich sehr gerne mag sprach mich an und fragte behutsam, ob das eine Folge meines Gewichtes sei, sie erzählte mir, dass sie Ernährung studiert hat und dass ab einem bestimmten Gewicht der Muskelabbau eintritt. Ich war geschockt hatte immer noch gehofft, es hätte eine andere Ursache. Sie fragte mich nach meinem Gewicht und ich blöde Kuh hab es ihr gesagt.
Als ich nach Hause kam, hat die Lehrerin es schon unserem Direktor erzählt, der meiner Klassenlehrerin und die hat meine Mutter angerufen.
Meinem Vater haben wir davon nichts erzählt, da er schwer herzkrank ist und sich schon genug Sorgen um mich macht.
Jedenfalls musste ich zu einem Gespräch mit meiner Klassenlehrerin und dem Direktor und habe eine Freundin zur Unterstützung mitgenommen.
Die wollten, dass ich die Schule sofort abbreche und eine Therapie mache. Ich habe ihnen gesagt, dass ich auf jeden Fall das Abi machen will, da es bis zu den Prüfungen nur noch 4 Monate und meine Noten gut waren. Danach würde ich auch eine Therapie machen, ganz bestimmt!
Das haben sie nicht verstanden und meinten es gäbe nur eine Möglichkeit, die es verhindert mich von der Schule zu verweisen, weil sie die Verantwortung nicht mehr für mich übernehmen wollen bzw. können.
Und zwar sollte ich alle 2 Wochen eine Schulfähigkeitsbescheinigung vorlegen, also zum Arzt gehen und einen großen Rund-Um-Check machen lassen mit der Bestätigung, dass ich gesund genug bin um zur Schule zu gehen.

Da bekam ich richtig Panik, mir war klar, dass ich, wenn ich richtig untersucht werde nie im Leben „schulfähig“-geschrieben werde, außerdem war ich bei meinem Hausarzt schon ewig nicht mehr, er dachte ich würde noch mindestens 10 kg mehr wiegen und hat mich immer nur „gut verpackt“ gesehen.
Ich musste mir schnell was einfallen lassen.
Betrat also einen Tag später zitternd und voller Angst die Arztpraxis, ich erzählte ihm, dass ich im Rollstuhl zur Schule musste, weil ich mir die Knie geprellt habe und die Lehrer würden jetzt denken, dass es an meinem Gewicht liegt und ich zu schwach sei um zur Schule zu gehen.
Er fragte mich wie ich das sehe, ich sagte ihm, dass es mir gut geht, keine schlechten Noten schreibe und ich mir durch so ein „kleines Missverständnis“ nicht das Abi versauen lassen will.
ER GLAUBTE MIR!!! Ich konnte es nicht fassen! Hat der keine Augen im Kopf???
Aber okay, es war geschafft und ich konnte ihm sogar diktieren, was er schreiben soll, weil er noch nie so einen Fall hatte.
Glücklich und zufrieden konnte ich nun regelmäßig, ohne mich in irgendeiner Form untersuchen lassen zu müssen meine Bescheinigung abgeben, aber Ruhe herrschte deswegen immer noch nicht, im Gegenteil.

 

Die letzten Schulwochen

Ich war das Gesprächsthema Nummer 1 auf der Schule, die Lehrer hielten Konferenzen nur über mich ab, und sprachen darüber, was mit mir los ist, wie sie mit mir umgehen sollen, wie es weiter geht usw.
Die Schüler redeten zwar auch, ABER mit MIR und nicht hinter meinem Rücken, zumindest nicht so viel. Das Schlimmste war aber, dass die Lehrer mit den Schülern, auch mit welchen, die ich gar nicht kannte über mich redeten.
Für meine 2 besten Freundinnen war es besonders schlimm, sie wurden total ausgefragt und ihnen wurde sogar ein schlechtes Gewissen eingeredet… Nach dem Motto:“Warum bringst du nicht deine Freundin dazu in eine Klinik zu gehen, ist dir ihr Zustand nicht klar, oder ist es dir egal…?“
Das finde ich echt unter aller Sau und das hat mich richtig fertig gemacht.
Den Rollstuhl wollte ich dann nach 2 Monaten endlich verlassen, das Sitzen machte, denk ich alles nur noch schlimmer.
Quälte mich also nun wieder jeden Tag zu Fuß zur Schule, besser gesagt ich schlich vom Zug zum Taxi, ins Klassenzimmer und versuchte so wenig wie möglich zu laufen, da die Schmerzen echt unerträglich waren und das sah man mir „leider“ auch an, obwohl ich mich echt zusammen gerissen habe, wieder zu Hause war ich total fertig, bin oft umgekippt und war zu nichts mehr zu gebrauchen.
Die letzten Monate vor dem Abi hatten wir zum Glück frei, konnte mich also im Bett oder auf dem Sofa darauf vorbereiten.
Ich konnte mich zwar jeden Tag höchsten 3 bis 4 Std. konzentrieren, nutzte diese aber so gut es ging.
Ich kann nicht sagen in welchem Ausmaß sich mein starkes Untergewicht auf mein Gedächtnis ausgewirkt hat und immer noch auswirkt, ich denke schon erheblich, aber wenn es darauf ankommt, kann ich noch „Denkleistung“ bringen.

Die Abiprüfungen wollte ich einfach nur so schnell wie möglich hinter mich bringen.
Ich war den Umständen entsprechend sehr gut vorbereitet und fühlte mich sicher.
Leider haperte es stark an meiner Konzentration, es viel mir bei allen Prüfungen am Schwersten  allein die Aufgabenstellung durchzulesen und zu verstehen!
Dementsprechend verliefen auch die Prüfungen. Ich war in allen Fächern mehr als unzufrieden und rechnete 100000%ig damit das Abi nicht geschafft zu haben.
Und das wär für mich das aller Schlimmste gewesen und ich denke auch mein „Untergang“, denn wiederholt hätte ich das Jahr nicht, hatte echt die Schnauze voll von der Schule und ein Leben ohne Abi… nein, danke!
Denn ich will unbedingt Sonderpädagogik studieren!

Doch unverständlicher Weise habe ich es doch gepackt und für diese Umstände sogar viel besser als gehofft. Vor Schock bin ich nach der Notenbekanntgabe erst mal zusammen geklappt.
Danach war ich körperlich und psychisch echt am Ende!
Ich machte mir viele Gedanken, wie es weiter gehen soll,
also machte ich mir einen Termin bei einem Psychologen, bei dem ich früher schon mal war, er ist zwar kein Spezialist für Essstörungen, aber er kennt mich, ich vertraue ihm und es ist wenigstens ein Anfang.
Er war schwer geschockt mich so zu sehen, aber er wollte mich noch zu keiner stationären Therapie überreden.

Meine Freundin und ich wollten dann nach Gran Canaria….unsere persönliche Abifahrt!
Doch meine Familie, mein Therapeut und ich hatten starke Zweifel, ob ich diese Reise überlebe.
Trotzdem sind wir geflogen, das konnte mir keiner ausreden und ich habe es nicht bereut!!!
Im Gegenteil, das war der beste Urlaub meines Lebens!!!!
Nach 2 Tagen lösten sich meine Beinschmerzen in Luft auf, obwohl wir den ganzen Tag durch die Gegend gelaufen sind.
Wir waren jede Nacht feiern und tagsüber immer unterwegs um die Insel zu erkunden.
War zwar öfter mal fertig, aber mir ging es viel besser als zu Hause.
Hatte wieder total Panik in den 11 Tagen zugenommen zu haben, da ich da mehr getrunken habe.

Wirklich schockiert war ich, als ich zu Hause feststellte, dass ich abgenommen habe, kann es echt nicht verstehen!!!

Wieder in Deutschland war alles schnell wie vor der Reise, war total schwach und hatte oft Schmerzen.

 

 

 

 

 

 

 

24.1.11 11:43
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Chris / Website (11.4.11 04:53)
Schade, dass die Schule so enttäuschend endete. Die Reaktion der Lehrer finde ich gar nicht mal so schlecht, immerhin waren sie sehr damit beschäftigt, sich um dich zu bemühen und Verantwortung zu übernehmen, anstatt Gleichgültigkeit walten zu lassen und weg zu sehen. Aber mit deinen Mitschüler sprechen... Naja! Deine Perspektive kann ich aber auch sehr gut verstehen, denn mir würden sich auch die Fußnägel hoch drehen, wenn ich Thema Nr. 1 wäre. Wie ist das eigentlich mit diesen Tütensuppen: Bekommst du durch die Aromen, Hefeextrakt... keine Appetitschübe oder FAs? Die weitere Abnahme auf der Reise, obwohl du dich wohl gefühlt hast, feiern warst, Alkohol getrunken hast... ist mir auch ein Rätsel. Kann es sein, dass der Körper ab einem bestimmten Gewicht einfach umschaltet und nicht mehr darauf programmiert ist, zu zu nehmen, sondern genau das Gegenteil tut?

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
{PLACE_POEWEREDBY}
Gratis bloggen bei
myblog.de